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Wago-Klemmen richtig verwenden – der große Ratgeber

In Kürze: Wago-Klemmen auf einen Blick
Wago-Klemmen sind werkzeuglose Steckklemmen für die Elektroinstallation. In Deutschland sind sie nach der DIN EN 60998-Reihe zugelassen, ersetzen klassische Lüsterklemmen in fast allen Anwendungen und sind für 0,2 mm² bis 6 mm² erhältlich. Die wichtigsten Serien sind 221 (Hebel, flexibel + starr), 2273 (Compact, nur starr) und 222 (Klassik mit Hebel). Eingesetzt werden sie in Verteilerdosen, Schaltschränken und an Leuchten – nicht aber direkt im Erdreich oder dauerhaft im Wasser ohne Gelbox. Direkt im Sortiment: Wago Verbindungsklemmen Serie 221 und Compact-Serie 2273.

Wenn du in den letzten zehn Jahren eine Steckdose, Lampe oder Verteilerdose verdrahtet hast, hast du wahrscheinlich Wago-Klemmen benutzt – und falls nicht, fragst du dich gerade, ob du es solltest. Dieser Ratgeber beantwortet in etwa 15 Minuten Lesezeit alle wichtigen Fragen zu Wago-Klemmen: welche Serie für welches Kabel, was die Norm erlaubt, wie du sie korrekt anschließt und wo du sie auf keinen Fall einsetzen darfst. Dazu Vergleichstabellen, eine Querschnittsmatrix und konkrete Empfehlungen aus dem Sortiment.

Geschrieben von Leif von A., staatlich anerkanntem Techniker mit Schwerpunkt Elektrotechnik und 15 Jahren Praxis in Hausinstallation, Schaltschrankbau und DIY-Begleitung. Stand der Norm-Bezüge: Mai 2026.

1. Was sind Wago-Klemmen?

Wago-Klemmen sind werkzeuglose Steckklemmen für die elektrische Installation, hergestellt vom ostwestfälischen Familienunternehmen Wago in Minden. Sie sind die am weitesten verbreitete Alternative zur klassischen Schraub-Lüsterklemme und haben in den letzten zwanzig Jahren die Verdrahtung in Verteilerdosen, an Leuchten und in Schaltschränken praktisch komplett übernommen.

Das Funktionsprinzip ist einfach: Im Inneren jeder Klemme sitzt eine federnde Käfig- oder Hebelmechanik, die den eingeführten Leiter automatisch klemmt. Du steckst den abisolierten Draht ein, fertig – ohne Schraube, ohne Drehmoment, ohne Nachziehen. Bei Hebel-Modellen klappst du den orangefarbenen Hebel hoch, schiebst die Ader rein und drückst den Hebel wieder runter. Das Ergebnis ist eine gasdichte, vibrationssichere Verbindung, die laut Hersteller über die gesamte Lebensdauer der Installation halten soll.

Es gibt im Wesentlichen drei Bauformen, die du im Verbindungsklemmen-Sortiment findest: Verbindungsklemmen mit Hebel (Serie 221), Compact-Klemmen ohne Hebel (Serie 2273) für starre Leiter und Verbindungsdosenklemmen (Serie 222 und Vorgänger) als Klassiker für Standard-Hausinstallationen.

Warum sind Wago-Klemmen so dominant geworden?

Drei Gründe: Geschwindigkeit, Sicherheit und Wiederverwendbarkeit. Eine klassische Lüsterklemme braucht zwei Schrauben pro Verbindung, die mit dem richtigen Drehmoment angezogen sein wollen – sonst löst sich die Verbindung mit der Zeit. Eine Wago-Klemme erledigt dasselbe in zwei Sekunden, ohne dass du nach einem Jahr noch einmal nachziehen müsstest. Und während eine geschraubte Lüsterklemme nach mehrmaligem Auf- und Zudrehen den Draht beschädigt, kannst du eine Wago-Hebelklemme problemlos öffnen und neu belegen.

2. Sind Wago-Klemmen überhaupt erlaubt? Was die Norm sagt

Kurze Antwort: Ja, Wago-Klemmen sind in Deutschland uneingeschränkt zugelassen, sofern sie nach der DIN EN 60998-Reihe (Verbindungsmaterial für Niederspannungs-Stromkreise) und den dazugehörigen VDE-Bestimmungen geprüft sind. Alle aktuellen Wago-Serien (221, 2273, 222, 224, MICRO und Gelbox) tragen diese Zulassung und sind damit für die ortsfeste Niederspannungsinstallation in Wohngebäuden, Gewerbe und Industrie freigegeben.

Das war nicht immer so klar kommuniziert. In den frühen 2000ern hielt sich das Gerücht, Steckklemmen seien „nur für flexible Leiter" oder „nicht für die Hauptinstallation" – beides ist heute überholt. Die Verwirrung kam daher, dass die ersten Steckklemmen-Generationen tatsächlich nur für eindrähtige (starre) Leiter zugelassen waren. Mit der Hebel-Generation (Serie 222 ab 2005, Serie 221 ab 2014) wurde diese Beschränkung aufgehoben: Diese Klemmen klemmen sowohl massive als auch feindrähtige Leiter zuverlässig.

Wichtig zu wissen: „Erlaubt" heißt nicht automatisch „darf von jedem montiert werden". Nach Niederspannungsanschlussverordnung § 13 sind Arbeiten an der festen Hausinstallation Elektrofachkräften vorbehalten. Du darfst Wago-Klemmen also legal kaufen und z. B. eine Tischlampe damit verdrahten – die Anschlussdose im Wohnzimmer ist Sache der Fachkraft.
Was steht konkret in der Norm?

Die DIN EN 60998-Reihe (in Deutschland mit den entsprechenden VDE-Bestimmungen) regelt unter anderem den zulässigen Querschnittsbereich (0,2 bis 6 mm² für die gängigen Wago-Modelle), die Bemessungsspannung (in der Regel 450 V für Hausinstallation) und den Bemessungsstrom je nach Klemmgröße. Wago liefert für jede Klemme ein Datenblatt mit den entsprechenden Werten – und genau die Daten findest du auch auf der jeweiligen Produktseite im Shop, etwa bei der Wago Serie 221. Wenn ein Hersteller diese Norm-Konformität nicht ausweist, Finger weg.

3. Wago-Klemmen vs. Lüsterklemme – der direkte Vergleich

Sind Wago-Klemmen besser als Lüsterklemmen? In den allermeisten Fällen ja – aber nicht in allen. Hier die Gegenüberstellung der wichtigsten Praxis-Kriterien:

Kriterium Wago-Klemme Lüsterklemme (Schraub)
Montagezeit pro Verbindung 2–5 Sekunden 20–40 Sekunden
Werkzeug nötig Nein (außer Abisolierzange) Schraubendreher mit korrektem Drehmoment
Nachziehen nötig? Nein Bei Vibration / Temperatur ja
Wiederverwendbar Hebelmodelle ja, Compact bedingt Nur eingeschränkt (Draht beschädigt)
Geeignet für feindrähtige Leiter Ja (alle aktuellen Serien) Nur mit Aderendhülse
Platzbedarf in Verteilerdose Kompakter Kleiner bei Einzelpositionen
Preis pro Verbindung 15–40 Cent 3–8 Cent
Sichtprüfung der Klemmung Sichtfenster zeigt Eindringtiefe Nur durch Zugprobe

Fazit des Vergleichs: Bei den meisten Hausinstallations-Aufgaben gewinnt die Wago-Klemme deutlich – schneller, sicherer, fehlertoleranter. Die Lüsterklemme hat noch ihre Nische, wenn extrem flach gebaut werden muss (z. B. in alten Aufputz-Verteilerdosen) oder wenn Materialkosten kritisch sind. Für alles andere ist Wago heute der Standard.

4. Welche Wago-Serien gibt es? (221, 2273, 222 & Co.)

Wago hat im Laufe der Jahre verschiedene Serien herausgebracht – jede für einen bestimmten Anwendungsfall. Hier die wichtigsten als Übersichts-Tabelle, plus aufklappbare Detail-Boxen pro Serie:

Serie Bauform Querschnittsbereich Typischer Einsatz
221 Hebel, transparent 0,2–4 mm² (221-4xx) bzw. bis 6 mm² (221-6xx) Universal-Standard, fast jede Anwendung
2273 Compact, ohne Hebel 0,5–2,5 mm² NYM-Standard 1,5/2,5 mm² in der Verteilerdose
222 Hebel, klassisch (orange) 0,08–4 mm² Vorgänger der 221, weiterhin im Einsatz
224 Lampenklemme (grün) 0,5–2,5 mm² massiv + 0,5–4 mm² feindrähtig Anschluss von Leuchten
MICRO Sehr klein 0,6–0,8 mm² Beengte Bauräume, Möbel-Einbau
Gelbox Klemme + Gel-Gehäuse je nach eingelegter Klemme Feuchträume, Außenbereich, IP68

Was bedeuten die Endungen wie 221-413, 221-415 oder 2273-203? Das ist die Zahl der Klemmpositionen, also wie viele Adern du verbinden kannst. 221-412 = 2-fach, 221-413 = 3-fach, 221-415 = 5-fach. Bei der 2273 funktioniert es analog: 2273-202 = 2-fach, 2273-203 = 3-fach, 2273-208 = 8-fach. Wago-Klemmen 10-fach gibt es übrigens nicht in der Standard-Serie 221 – wer mehr als 5 Adern verbinden möchte, nutzt mehrere Klemmen oder die Compact-Serie 2273 mit bis zu 8 Positionen.

Welche Serie für welches Projekt?

Eine grobe Faustregel: Wenn du nur weißt, dass du irgendetwas mit Strom verbinden musst, nimm Serie 221. Sie kann alles: starr, flexibel, mit oder ohne Aderendhülse, von 0,2 bis 6 mm². Für reine NYM-Hausinstallation in der Verteilerdose ist Serie 2273 günstiger und kompakter. Für Lampen ist Serie 224 mit ihrer Kombination aus Steck- und Hebelseite ideal. Für draußen brauchst du Gelbox.

🛒 Direkt im Shop: Wago-Sortimentsbox L-BOXX Mini (Serien 221 + 2273) – 887 Klemmen in einer Box, deckt die häufigsten Verbindungs-Aufgaben in Hausinstallationen ab. → Zur Sortimentsbox

5. Wo du Wago-Klemmen einsetzen darfst – und wo nicht

Wago-Klemmen sind extrem vielseitig, aber nicht universell. Hier die wichtigsten zugelassenen und nicht zugelassenen Einsatzbereiche – mit Norm-Bezug, damit du im Zweifel argumentieren kannst.

✓ Zulässige Einsatzorte
  • Verteilerdosen in Wohnräumen, Büros, Werkstätten – Standard-Einsatz, normgerecht.
  • Schaltschränke – ja, Wago-Klemmen sind im Schaltschrank ausdrücklich zugelassen, sofern Bemessungsstrom und -spannung passen.
  • Anschluss von Leuchten – Serie 224 ist exakt dafür gemacht.
  • Unterverteilungen – ja, Wago darf in der Unterverteilung eingesetzt werden, allerdings nicht zur Verbindung der Hauptzuleitung selbst.
  • KFZ und Wohnmobil im Niederspannungsbereich – mit Einschränkungen erlaubt; Wago bietet hier spezielle Klemmen mit Vibrationszulassung.
  • Kabelkanal – ja, sofern die Verbindung in einer ordnungsgemäß zugänglichen Dose oder einem freigegebenen Klemmraum sitzt.
  • Außenbereich – nur mit Gelbox oder anderem IP-geschützten Gehäuse, siehe nächster Abschnitt.
✗ Verbotene oder kritische Einsatzorte
  • Direkt im Erdreich – nein, auch nicht in Erdkabeln. Verbindungen unter der Erde gehören in muffenfeste Vergussverbinder. Passende Kabel und Verlegehilfen findest du in unserer Kategorie Erdkabel.
  • Dauerhaft im Wasser oder spritzwassergefährdet – ohne Gelbox tabu. Selbst eine kurze Überflutung reicht, um eine offene Klemme zu zerstören.
  • Hochstrom-Bereiche über 32 A – die Standard-Wago-Klemmen sind bis zu einem bestimmten Bemessungsstrom (oft 32 A bei Serie 221, weniger bei kleineren Modellen) zugelassen. Für höhere Ströme braucht es andere Verbindungstechnik.
  • Telefon- und Datenkabel – grundsätzlich technisch möglich für reine Niederspannungs-Steuerleitungen, aber für strukturierte Verkabelung ungeeignet (Datenraten leiden, keine Schirmung).

Konkrete Faustregel: Wenn die Verbindung zugänglich, trocken und im Niederspannungs-Hausnetz sitzt, ist Wago praktisch immer erlaubt. Bei jedem Schritt darüber hinaus (Wasser, Erde, Hochstrom) brauchst du Spezial-Lösungen.

6. Welche Wago-Klemme für welches Kabel? (Tabelle)

Diese Frage – „Welche Wago-Klemmen für welches Kabel?" – ist die meistgesuchte rund um Wago. Hier die kompakte Antwort als Tabelle. Für die genaue Strombelastbarkeit gilt am Ende immer das Datenblatt der jeweiligen Klemme.

Kabel / Querschnitt Empfohlene Wago-Serie Anmerkung
NYM-J 3×1,5 mm² (Licht- und Steckdosenkreis) 2273-203 oder 221-413 Klassische Verteilerdose
NYM-J 3×2,5 mm² (Steckdosen Küche, Werkstatt) 2273-203 oder 221-413 Beide für 2,5 mm² freigegeben
NYM-J 5×1,5 oder 5×2,5 mm² (Drehstrom) 221-415 oder 2273-205 5-fach für L1, L2, L3, N, PE
H05VV-F oder H07RN-F (flexible Leitungen) 221-4xx (NICHT 2273!) Compact 2273 nur für massive Leiter
Lampenanschluss (massiv + flexibel kombiniert) Serie 224 (grünes Gehäuse) Eine Seite Klemme, eine Seite Hebel
6 mm² Querschnitt (Herd, große Verbraucher) Serie 221-6xx (z. B. 221-612, 221-613) Spezielle 6 mm²-Variante notwendig
Sehr feine Leitungen (0,2–0,5 mm²) Serie 221-4xx oder MICRO Bei Bedarf mit Aderendhülse

Weiterführende Infos zu den genannten Kabeltypen findest du im Beitrag Kabelbezeichnungen entschlüsselt: NYM, NYY, H07RN-F & Co.. Wenn du den passenden Querschnitt für eine konkrete Anwendung berechnen willst, hilft dir der Kabelquerschnitt-Rechner weiter. Was die Adern braun, blau und grün-gelb (und beim Drehstrom schwarz, grau) bedeuten, klärt der Beitrag Kabelfarben & ihre Bedeutung im Stromkabel.

7. Wago-Klemmen richtig verwenden – Schritt für Schritt

⚠ Sicherheitshinweis
Arbeiten an der festen Elektroinstallation sind nach Niederspannungsanschlussverordnung (NAV § 13) ausschließlich Elektrofachkräften vorbehalten. Diese Anleitung dient der Information und dem Verständnis – sie ersetzt keine fachgerechte Installation. Bei Unsicherheit oder bei Arbeiten am Hausnetz immer eine Elektrofachkraft hinzuziehen. Vor jedem Eingriff: Spannung abschalten, gegen Wiedereinschalten sichern, Spannungsfreiheit prüfen, erden und kurzschließen, benachbarte Teile abdecken (5 Sicherheitsregeln nach BG ETEM).

Für Hebel-Klemmen (Serie 221, 222) und Compact-Klemmen (2273) gibt es zwei leicht unterschiedliche Vorgehensweisen.

Variante A: Hebel-Klemme (Serie 221 / 222)
  1. Leiter abisolieren: Auf der Klemme ist die korrekte Abisolier-Länge eingeprägt (meist 11 mm). Mit einer Abisolierzange exakt diese Länge entfernen – nicht mehr und nicht weniger.
  2. Hebel öffnen: Den orangefarbenen Hebel um etwa 90° nach oben klappen.
  3. Leiter einführen: Den abisolierten Draht bis zum Anschlag in die Klemmöffnung schieben. Im Sichtfenster muss die Kupferader sichtbar sein – ist sie es nicht, ist die Ader nicht tief genug drin.
  4. Hebel schließen: Hebel wieder ganz herunterdrücken, bis er hörbar einrastet.
  5. Zugprobe: Vorsichtig am Leiter ziehen – er darf sich nicht herausziehen lassen.
Variante B: Compact-Klemme (Serie 2273)
  1. Leiter abisolieren: 11 mm – Längen-Markierung auf der Klemme beachten.
  2. Massiven Leiter einstecken: Mit gleichmäßigem, festem Druck bis zum Anschlag in die Klemmöffnung schieben. Du hörst und spürst, wenn die Feder einrastet.
  3. Sichtkontrolle: Im Sichtfenster muss die Kupferader sichtbar sein.
  4. Zugprobe: Auch hier darf der Leiter nicht herausrutschen.

Die Compact-Klemmen sind technisch für die einmalige Belegung gedacht, lassen sich aber durch leichtes Drehen und Ziehen wieder öffnen, wenn nötig (siehe Abschnitt „Wago-Klemmen lösen").

8. Spezialfälle: Alu/Kupfer, Außenbereich, Starkstrom, Aderendhülsen

Aluminium- und Kupferleiter mischen

Klassische Wago-Klemmen sind für Kupfer ausgelegt. Wenn du in einem Altbau auf Aluminium-Adern triffst (häufig bei Installationen vor 1980), brauchst du spezielle Wago-Alu-Plus-Klemmen. Diese enthalten eine kontaktverbessernde Paste, die die natürliche Oxidschicht auf der Aluminium-Oberfläche durchbricht. Niemals einfach Alu in eine Standard-221 stecken – das gibt schon nach Monaten Probleme mit Übergangswiderstand und Wärmeentwicklung.

Außenbereich und Feuchtigkeit

Wago-Klemmen draußen einsetzen geht nur mit der Wago Gelbox. Dabei wird die fertig verdrahtete Klemme in eine mit Spezialgel gefüllte Box gelegt, die Box verschlossen und das Gel umschließt die Verbindung wasserdicht (IP68). Damit sind Wago-Klemmen wasserdicht und für Garten, Carport oder Außenleuchten geeignet. Die Gelbox gibt es in verschiedenen Größen passend zur jeweiligen Klemmen-Serie.

Starkstrom (Drehstrom 400 V)

Wago-Klemmen sind grundsätzlich für 400 V Drehstrom geeignet, sofern Bemessungsspannung und -strom passen. Für eine typische Drehstrom-Verteilung mit 5×1,5 oder 5×2,5 mm² nimmst du die 5-fach-Variante (221-415 oder 2273-205). Für höhere Querschnitte (4 oder 6 mm²) entsprechende Modelle der 221-Serie. Wie der konkrete Herd-Anschluss an die 5×2,5 mm²-Drehstromzuleitung abläuft, zeigt der Beitrag Herd anschließen: Drehstrom richtig verkabeln.

Wago mit Aderendhülsen kombinieren

Aderendhülsen für Wago-Klemmen sind ein Dauerthema. Die Antwort ist differenziert: Bei Serie 221, 222 und 224 sind Aderendhülsen zulässig, also technisch erlaubt – aber nicht erforderlich. Diese Klemmen sind so konstruiert, dass sie feindrähtige Leiter direkt sicher klemmen; eine Aderendhülse bringt keinen Sicherheitsgewinn und kann bei falscher Crimpung sogar Probleme machen. Bei der Compact-Serie 2273 sind Aderendhülsen nicht zugelassen – sie ist konstruktiv ausschließlich für massive, blanke Leiter gedacht. Wenn deine Schaltschrank-Vorgabe Aderendhülsen verlangt (etwa nach DIN VDE 0100-520), nimm die 221er. Passende Aderendhülsen findest du im Sortiment; wie du sie sauber crimpst, zeigt der Beitrag Aderendhülsen verarbeiten: Größen, Farben & Crimpen.

9. Wago-Klemmen lösen – geht das?

Ja – aber je nach Serie unterschiedlich.

Hebel-Klemmen (Serie 221, 222): Hebel hochklappen, Draht herausziehen, fertig. Die Klemme ist danach problemlos wiederverwendbar. Wago gibt offiziell keine konkrete Maximalzahl an – in der Praxis kannst du eine 221er hunderte Male öffnen und schließen, ohne dass die Federmechanik nachlässt. Der Leiter selbst sollte nach mehrmaligem Klemmen aber gekürzt und neu abisoliert werden, weil die Klemmstelle Druckspuren bekommt.

Compact-Klemmen (Serie 2273): Hier wird es etwas trickreicher, weil es keinen Hebel gibt. Du löst die Klemme, indem du den Draht festhältst und ihn vorsichtig um seine eigene Achse drehst, während du gleichzeitig leichten axialen Zug ausübst. Die Klemmkante gibt dann kontrolliert nach. Wichtig: nicht ruckartig ziehen, kein seitliches Hin- und Herbiegen – das beschädigt die Klemmstelle und kann den Leiter abscheren. Die Klemme ist nach dem Lösen zwar nicht zerstört, sollte aber idealerweise nicht ein zweites Mal mit demselben Draht belegt werden – die Klemmpressung ist nicht mehr im Originalzustand.

Für viele Installateure ist genau das der Hauptgrund, in der Verteilerdose lieber gleich auf die Hebel-Variante 221 zu setzen, auch wenn sie etwas teurer ist.

10. Häufige Fehler beim Einsatz

6 Praxis-Fehler aufklappen
  • Falsche Abisolier-Länge. Zu kurz = kein sicherer Kontakt; zu lang = blanke Ader steht hinten heraus, Berührungsschutz weg. Immer die auf der Klemme aufgedruckte Länge einhalten (meist 11 mm).
  • Compact 2273 mit feindrähtigen Leitern. Funktioniert eine Weile, geht aber irgendwann hochohmig und brennt im schlimmsten Fall. Feindrähtig nur in Serie 221 oder mit Aderendhülse.
  • Mehrere dünne Adern in eine Klemmposition stopfen. Eine Position = ein Leiter, immer. Wer 4 Adern verbinden will, nimmt eine 4-fach-Klemme.
  • Beschädigte Adern wiederverwenden. Nach dem Lösen die Klemmstelle abschneiden und neu abisolieren.
  • Wago im Außenbereich ohne Gelbox. Klassiker bei Garten-Selbstinstallationen, führt zu Korrosion und Ausfall.
  • Norm-fremde No-Name-Klemmen. Optisch ähnliche, deutlich billigere „Wago-Style"-Klemmen aus dem Online-Handel sind oft nicht VDE-geprüft – gehören nicht in eine ortsfeste Installation.

11. Wago-Klemmen kaufen: Sortimente und Stückzahlen

Wago-Klemmen sind im Bündel mit fünf, hundert oder mehreren tausend Stück erhältlich. Welche Stückzahl sinnvoll ist, hängt davon ab, was du vorhast:

  • Einzelne Wago-Klemmen 2er, 3er, 5er einzeln – sinnvoll, wenn du weißt, dass du nur eine bestimmte Lampe oder Steckdose anschließen willst. Lohnt sich preislich kaum gegenüber der nächst größeren Verpackungseinheit.
  • 100er-Beutel einer Größe (z. B. 221-412 für 2-fach) – die typische Menge für ein einzelnes Renovierungsprojekt.
  • Sortimentsbox L-BOXX Mini – das Komplettpaket mit den gängigsten Größen der Serien 221 und 2273. 887 Klemmen, deckt komplette Wohnungs-Installation ab. Der praktischste Kauf für Heimwerker und kleine Elektrobetriebe.
  • Wago-Klemmen-Sortiment in einzelnen Komponentenboxen – wenn du nur die 2273er oder nur die 221er brauchst.

Im Kabelkaufhaus findest du das komplette Programm: Wago Verbindungsklemmen Serie 221, Compact-Klemmen Serie 2273, Verbindungsdosenklemmen Serie 222, MICRO-Klemmen und die Wago Gelbox für den Außeneinsatz.

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12. Häufige Fragen zu Wago-Klemmen

Wie verwende ich Wago-Klemmen richtig?

Leiter auf die exakt aufgedruckte Länge abisolieren (meist 11 mm), bei Hebel-Klemmen den Hebel öffnen, Leiter bis zum Anschlag einführen, Hebel schließen, Zugprobe machen. Bei Compact-Klemmen ohne Hebel den Leiter mit gleichmäßigem Druck einstecken, bis er einrastet. Im Sichtfenster muss die Kupferader sichtbar sein – sonst ist sie nicht tief genug drin. Bei feindrähtigen Leitern kannst du optional eine Aderendhülse setzen – wie das sauber funktioniert, zeigt unser Beitrag Aderendhülsen verarbeiten.

Wie oft darf man Wago-Klemmen verwenden?

Hebel-Klemmen (Serie 221, 222) sind technisch beliebig wiederverwendbar – die Federmechanik ist auf hunderte Öffnungen ausgelegt. Compact-Klemmen (Serie 2273) sind für einmalige Belegung gedacht; nach dem Lösen sollte derselbe Draht nicht erneut in dieselbe Position gesteckt werden. Der Leiter selbst sollte nach jedem Lösen gekürzt und neu abisoliert werden, weil die Klemmstelle gequetscht ist.

Sind Wago-Klemmen für Starkstrom geeignet?

Ja, im Rahmen ihrer Norm-Zulassung. Standard-Wago-Klemmen der Serie 221 sind für 400 V Drehstrom und Bemessungsströme bis ca. 32 A freigegeben (die genauen Werte stehen im Datenblatt). Für eine typische Drehstrom-Verteilung mit 5×1,5 oder 5×2,5 mm² nimmst du die 5-fach-Variante 221-415. Bei höheren Strömen müssen Bemessungsdaten und Querschnitt zueinander passen – siehe dazu auch unseren Kabelquerschnitt-Rechner.

Wann benutzt man Wago-Klemmen?

Überall dort, wo Adern zugänglich, trocken und im Niederspannungs-Hausnetz miteinander verbunden werden müssen: in Verteilerdosen, an Leuchten, im Schaltschrank, in Unterverteilungen. Die wichtigsten Anwendungen sind die klassische Verteilerdose im Wohnungsbau (typisch 2273-203 für drei NYM-Adern) und der Lampenanschluss (typisch Serie 224). Welche Kabel und Leitungen dabei in der Hausinstallation zum Einsatz kommen, fasst unser Übersichts-Beitrag Kabelarten & Leitungstypen – die große Übersicht zusammen.

Welche Wago-Klemmen sind die besten?

Pauschal lässt sich das nicht sagen – „die beste" hängt vom Einsatz ab. Für maximale Flexibilität und Wiederverwendbarkeit ist die Serie 221 mit Hebel der heutige Standard. Für reine NYM-Hausinstallation ist die Serie 2273 kompakter und günstiger. Für Lampen ist die Serie 224 ideal. Im Außenbereich braucht es zwingend die Gelbox.

Welche Wago-Klemmen für welches Kabel?

Die Kurzfassung: NYM-J 1,5 oder 2,5 mm² in der Verteilerdose → 2273-203 oder 221-413. Drehstrom 5-adrig → 221-415 oder 2273-205. Flexible Leitungen wie H07RN-F → 221-Serie (NICHT 2273). 6 mm² für große Verbraucher → Serie 221-6xx. Lampenanschluss mit Mix aus starr und flexibel → Serie 224. Eine ausführliche Tabelle samt Erklärung findest du in Abschnitt 6. Hintergrundinfo zu den Kabel-Bezeichnungen liefert der Beitrag Kabelbezeichnungen entschlüsselt.

13. Fazit

Wago-Klemmen sind heute der unstrittige Standard für die Verbindung von Adern in der Hausinstallation. Sie sind nach der DIN EN 60998-Reihe zugelassen, schneller und sicherer als Lüsterklemmen und bei richtiger Auswahl für praktisch jeden Anwendungsfall in Wohnung, Büro und kleinem Gewerbe geeignet. Wer den Unterschied zwischen Serie 221, 2273, 222 und 224 kennt, die Abisolier-Länge einhält und in feuchten Bereichen zur Gelbox greift, liegt mit Wago immer richtig. Die wichtigsten Stolpersteine – Compact mit feindrähtigen Leitern, Wago im Erdreich, Aluminium ohne Spezialklemme – kennst du jetzt.

Quellen & weiterführende Norm-Bezüge
  • DIN EN 60998-Reihe: Verbindungsmaterial für Niederspannungs-Stromkreise für Haushalt und ähnliche Zwecke (mehrere Teile, einschließlich der schraubenlosen Anschlussklemmen). VDE-Verlag.
  • Wago Kontakttechnik GmbH & Co. KG: Datenblätter und Anwendungstipps Serie 221, 2273, 222. Online: wago.com
  • BG ETEM: Sicherheitsregeln für Arbeiten an elektrischen Anlagen (5 Sicherheitsregeln). bgetem.de
  • Niederspannungsanschlussverordnung (NAV) § 13 – Eintragung in das Installateurverzeichnis. gesetze-im-internet.de
  • DIN VDE 0100-520: Errichten von Niederspannungsanlagen – Auswahl und Errichtung elektrischer Betriebsmittel.

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Über den Autor

Leif von A. – staatlich anerkannter Techniker und Handwerker mit DIY-Schwerpunkt.

  • Qualifikation: Staatlich anerkannter Techniker, Eintragung im Installateurverzeichnis nach NAV § 13.
  • Erfahrung: 15 Jahre Praxis in Hausinstallation, Schaltschrankbau, Renovierungs- und DIY-Begleitung – sowohl im Auftrag von Elektrofachbetrieben als auch direkt für Endkunden und Heimwerker.
  • Schwerpunkte: Verbindungs- und Klemmtechnik, Querschnitts- und Lastberechnung, normgerechte Verlegung, Sicherheitsbewertung von DIY-Projekten.
  • Redaktioneller Anspruch: Jeder Ratgeber wird gegen aktuelle Norm-Stände (VDE / DIN / NAV) abgeglichen und bei Norm-Änderungen aktualisiert.

Letzte fachliche Prüfung dieses Beitrags: 09.05.2026.

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